Wörterbuch

Dieses Wörterbuch erklärt schwierige Begriffe aus der Medizin.

In unserem Fragebogen fragen wir dich nach deinen Selbst-Beschreibungen. Verstehst du eine Selbst-Beschreibung nicht? Diese Wörterbücher können dir weiterhelfen:

Wörterbuch zu LGBTIQ+ (Swiss LGBTIQ+ Panel)

Wörterbuch zu Rassismus (No-to-Racism)

Wörterbuch zu Diversität (Diversity Arts Culture)

akut

Man sagt oft: Eine Krankheit ist akut oder chronisch. Eine akute Erkrankung taucht plötzlich auf. Man kann in der Regel sagen, wann sie begonnen hat. Meistens ist sie nach kurzer Zeit wieder weg, im Gegensatz zu einer chronischen Erkrankung.

alternative Beziehungsformen

Es gibt viele Formen von Liebesbeziehungen. Die bekannteste Form heisst Monogamie oder monogame Beziehung. In einer monogamen Beziehung gibt es nur 2 Personen. Sie haben keine romantischen oder sexuellen Beziehungen zu anderen Menschen. Alternative Beziehungsformen sind meistens nicht monogam. Zum Beispiel: Ethische Nicht-Monogamie, offene Beziehung oder Polyamorie. Eine Erklärung zu diesen und anderen Begriffen findest du beim Zürcher Stadtmagazin Tsüri im Glossar «ABC der alternativen Beziehungsformen». Klicke einfach auf: «ABC der alternativen Beziehungsformen - Teil 1» und «ABC der alternativen Beziehungsformen - Teil 2».

Anamnese

Eine Anamnese ist ein Gespräch zwischen einer Gesundheits-Fachperson und einer Person, die behandelt wird. Die Fachperson stellt dir dabei Fragen zu deinen aktuellen Beschwerden. Aber auch zu Beschwerden und Krankheiten in der Vergangenheit. Oder zu Krankheiten in deiner Familie. Diese Informationen sind nötig für eine Diagnose. Manchmal muss man auch einen Fragebogen ausfüllen. Oft sind die Fragen standardisiert. Das heisst, es gibt für alle Personen die gleichen Fragen.

armuts-betroffen

Armuts-betroffen ist man, wenn man zu wenig Geld zum Leben hat. Armuts-betroffene Menschen können zum Beispiel nur schwer ihre Krankenkasse bezahlen. Oder sie können sich nur schwer eine zahnärztliche Behandlung leisten. Das Bundesamt für Statistik sagt: Eine armuts-betroffene Einzelperson in der Schweiz hat maximal 2'388 Franken im Monat (2024).

ästhetisch, Ästhetik

Bei Ästhetik geht es darum: Wie sieht etwas aus? Und finde ich das schön? In der Medizin gibt es die ästhetische Chirurgie. Das heisst: Man macht eine Operation, damit sich das Aussehen verändert. Oder damit man wieder so aussieht wie vorher. Zum Beispiel, weil man etwas an sich selbst nicht (mehr) schön findet. Oder nach einem Unfall.

bariatrische Chirurgie / Operation

Die bariatrische Chirurgie behandelt Menschen mit hohem Gewicht. Eine bariatrische Operation ist zum Beispiel eine Magen-Verkleinerung. Danach kann man nicht mehr gleich viel essen wie vorher. Das kann helfen, Gewicht zu verlieren.

Barrierefreiheit

Barrieren sind Hindernisse. Hindernisse behindern Menschen. Es gibt bauliche Barrieren wie eine Treppe. Oder sprachliche Barrieren wie ein schwer verständlicher Text. Aber alle Menschen haben ein Recht auf eine barrierefreie Welt. Barrierefreiheit bedeutet: Es gibt keine Hindernisse. Alle Menschen haben Zugang. Alle Menschen können deshalb teilhaben.

Zum Beispiel: Ein Lift ist für alle Menschen zugänglich, auch für Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder müden Beinen. Einen Text in einfacher Sprache können alle Menschen gut verstehen. Auch Menschen mit Lernschwierigkeiten. Oder Menschen, die Deutsch als Zweitsprache lernen.

Behinderung

Menschen mit Behinderungen können nicht gleich am Leben teilnehmen wie Menschen ohne Behinderungen. Weil sie durch Hindernisse (Barrieren) «behindert» werden.

Es gibt viele verschiedene Behinderungen. Manche sind sichtbar. Die meisten Behinderungen sind unsichtbar. Manche Behinderungen sind körperlich, zum Beispiel, wenn man nicht laufen kann und einen Rollstuhl braucht. Oder wenn man nicht gut oder gar nichts sehen kann. Auch Hör-Behinderungen sind möglich.

Andere Behinderungen haben mit dem Denken oder Fühlen zu tun. Zum Beispiel können manche Menschen neue Dinge nur langsam lernen. Oder einen Text nicht so schnell verstehen.

Manche Menschen haben eine Behinderung seit der Geburt. Aber jeder Mensch kann durch eine Krankheit oder einen Unfall eine Behinderung bekommen.

Menschen haben viele Eigenschaften. Und viele Rollen im Leben. Eine Behinderung ist nur ein einzelnes Merkmal. Deshalb sprechen wir von «Menschen mit Behinderungen». So betonen wir zuerst den Menschen.

Die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen nennt man Ableismus. Ein deutsches Wort dafür ist Behinderten-Feindlichkeit.

chronisch

Man sagt oft: Eine Krankheit ist chronisch oder akut. Bei einer chronischen Krankheit kann man oft nicht genau sagen, wann sie begonnen hat. Und eine chronische Krankheit dauert meistens lange. Zum Beispiel: Eine chronische Depression taucht immer wieder auf und dauert lange. Eine Person mit chronischen Schmerzen hat fast immer Schmerzen.

Diagnose

Eine Diagnose ist, wenn eine ärztliche Fachperson eine Erkrankung feststellt. Dazu muss die Fachperson zuerst Informationen über die Vorgeschichte und die Beschwerden der betroffenen Person haben. Dafür ist die Anamnese da. Auch eine körperliche Untersuchung ist häufig nötig. Ausserdem müssen vielleicht die Blutwerte angeschaut werden. Manchmal braucht es auch Röntgen-Aufnahmen oder einen Ultraschall. Mit allen Informationen stellt die Fachperson dann eine Diagnose. Sie sagt dann zum Beispiel: «Ihr Arm ist gebrochen». Oder: «Sie haben eine Depression».

Dialyse

Eine Dialyse nennt man auch eine Blutreinigung. Normalerweise reinigen unsere Nieren unser Blut von Schadstoffen. Zum Beispiel von Giften oder Medikamenten-Resten. Wenn die Nieren nicht mehr richtig funktionieren, braucht es eine Dialyse-Behandlung. Dabei wird das Blut mit medizinischen Hilfsstoffen gereinigt. Entweder ausserhalb des Körpers in einem Dialyse-Gerät oder innerhalb des Körpers.

Diskriminierung

Diskriminierung bedeutet «Unterscheidung». Bei Diskriminierung macht man einen Unterschied zwischen verschiedenen Personen oder Gruppen. Man behandelt nicht alle gleich. Sondern man behandelt manche schlechter als andere. Wenn Menschen schlechter behandelt werden als andere, werden sie diskriminiert.

Menschen erleben aus verschiedenen Gründen Diskriminierung. Hier sind einige davon:

  • Geschlechts-Identität
  • Herkunft
  • Aussehen
  • Sprache
  • Religion, Vorstellungen, Werte
  • Behinderung und chronische Erkrankung
  • Alter
  • Sexualität
  • finanzielle Situation und gesellschaftlicher Status (zum Beispiel: armuts-betroffen)

Diskriminierungen können direkt oder indirekt sein. Eine direkte Diskriminierung ist zum Beispiel: Eine Schwarze Person bekommt einen Job nicht, weil sie Schwarz ist.

Eine indirekte Diskriminierung kann sein: Teilzeit-arbeitende Menschen haben in einer Firma keine Chancen auf eine Beförderung. Die meisten teilzeit-arbeitenden Menschen in dieser Firma sind Frauen. Dann werden Frauen in dieser Firma indirekt diskriminiert. Diskriminierungen können mit oder ohne Absicht geschehen. Diskriminierung kann auch bedeuten, dass bestimmte Menschengruppen in einem Land nicht die gleichen Rechte haben wie andere.

diskriminierungs-sensibel

Eine Person ist diskriminierungs-sensibel, wenn sie sich bewusst ist: Nicht alle Menschen in unserer Gesellschaft werden gleichbehandelt. Und wenn sie sich bemüht, selbst niemanden zu diskriminieren und alle Menschen gleichzubehandeln.

Dissoziation

Dissoziation bedeutet «Trennung». Man spricht von einer Dissoziation, wenn eine Person sich plötzlich von sich selbst oder ihrer Umgebung abgetrennt fühlt. Die Person hat dann den Eindruck, dass ihre Gefühle, Gedanken oder Erinnerungen nicht ihre eigenen sind. Sondern die einer fremden Person. Oder die Person erlebt die Welt um sich herum als fremd. Obwohl es ihre gewohnte Umgebung ist, zum Beispiel ihr Zuhause. Manchmal merkt man von aussen, dass eine Person gerade eine Dissoziation erlebt. Die betroffenen Personen können sich zum Beispiel nicht bewegen. Oder sie reden schnell und viel.

dysfunktionale Familienerfahrung

Für ein Kind hat eine Familie wichtige Funktionen, zum Beispiel: Die Familie sollte dem Kind Sicherheit und Geborgenheit geben. Ein Kind sollte in seiner Familie Halt finden, wenn es ihm emotional nicht gut geht.

Eine dysfunktionale Familie ist eine Familie, die diese Funktionen nicht erfüllt. Wenn eine Person in einer solchen Familie aufgewachsen ist, hat sie eine dysfunktionale Familienerfahrung gemacht.

Endometriose / Adenomyose

Endometriose ist eine chronische Krankheit. Dabei wächst Gebärmutter-Gewebe auch ausserhalb der Gebärmutter. Das Gewebe wächst dann an anderen Stellen im Bauch, zum Beispiel an den Eierstöcken oder am Darm. Das Gewebe ist zudem entzündet. Deshalb kann Endometriose zu Schmerzen und starken Menstruations-Blutungen führen. Manche Personen mit Endometriose haben auch Probleme, schwanger zu werden.

Adenomyose ist eine Unterform von Endometriose. Bei dieser Erkrankung wächst das Gebärmutter-Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter hinein. Eigentlich sollte das Gebärmutter-Gewebe aber nur im Innersten der Gebärmutter sein. Auch Adenomyose kann Schmerzen und starke Blutungen auslösen.

Fibromyalgie

Fibromyalgie bedeutet «Muskelfaser-Schmerz». Bei dieser chronischen Krankheit haben Menschen ständig Schmerzen in den Muskeln und Gelenken. Ausserdem fühlen sie sich oft müde oder erschöpft. Bis heute weiss man noch nicht, was die Gründe für diese Krankheit sind.

gelesenes Geschlecht (männlich gelesen / weiblich gelesen)

Wenn wir einen Menschen anschauen, «lesen» wir sein Geschlecht. Das heisst: Mit unseren Augen nehmen wir verschiedene Merkmale dieses Menschen wahr. Zum Beispiel lange Haare. Oder einen Bart. Und unser Gehirn sagt uns dann aufgrund dieser Merkmale: Das ist eine weibliche Person. Oder: Das ist eine männliche Person. Weil wir gelernt haben: Viele Frauen haben lange Haare. Nur Männer haben einen Bart. Das ist das gelesene Geschlecht. Es entspricht aber nicht immer der Geschlechts-Identität der «gelesenen» Person. Zum Beispiel sieht eine weibliche gelesene Person sich selbst vielleicht nicht als Frau.

genderneutral

Genderneutral ist etwas, das für alle Geschlechter gilt. Und nicht nur für die Kategorien «Mann» und «Frau». Ein genderneutrales WC ist zum Beispiel für alle Menschen, egal, welches Geschlecht sie haben.

genital

Genital bedeutet: Im Bereich der Geschlechtsorgane. Genital ist alles, was mit dem Penis, der Vulva oder der Vagina zu tun hat. Beispiel: Eine genitale Untersuchung heisst, dass die Ärztin den Penis, die Vulva oder die Vagina anschaut.

Geschlechts-Identität / Gender

Die Geschlechts-Identität ist das Geschlecht, mit dem man sich gleichsetzt. Man kann auch sagen: Das eigene Gefühl, welches Geschlecht man hat. Zum Beispiel: Eine Person fühlt sich als Frau, als Mann, als beides oder als keines von beidem. Oder auch an einem Tag als Frau und an einem anderen Tag als Mann.

Bei der Geburt eines Babys schaut man die Geschlechtsorgane an und sagt: «Es ist ein Mädchen» oder «Es ist ein Junge». Man nennt das auch das biologische Geschlecht. Die Geschlechts-Identität kann gleich sein wie das biologische Geschlecht. Oder auch anders. Sie kann sich im Laufe des Lebens verändern. Nur eine Person selbst weiss, welches Geschlecht sie hat. Andere können nicht über das Geschlecht einer Person bestimmen.

Auf Englisch heisst Geschlechts-Identität «Gender» (ausgesprochen «tschender»). Gender wird auch auf Deutsch häufig benutzt.

Geschlechts-Inkongruenz

Geschlechts-Inkongruenz bedeutet: Das biologische Geschlecht passt nicht zur Geschlechts-Identität einer Person. In der Medizin ist Geschlechts-Inkongruenz die Diagnose für trans Menschen. Zum Beispiel: Ein trans Mann ist ein Mann, der weibliche Geschlechtsorgane hat oder hatte. Diese Person wird auch als trans Mensch bezeichnet.

Gesundheits-Fachperson

Für uns sind Gesundheits-Fachpersonen Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Zum Beispiel:

  • Pflegende
  • Physiotherapeut:innen
  • Logopäd:innen
  • Hebammen
  • Ergotherapeut:innen
  • Psychotherapeut:innen
  • Natur-Heilpraktiker:innen
  • Ärzt:innen

Es gibt noch weitere Berufsgruppen, die etwas mit der Gesundheit von Menschen zu tun haben. Zum Beispiel Sozialarbeiter:innen.

Gewicht

Das Gewicht eines Menschen beschreibt, wie viel er wiegt. Es ist die Anzahl Kilogramm auf der Waage. Und es ist etwas Neutrales, das heisst: Das Gewicht ist nicht gut oder schlecht. Das Gewicht allein sagt nichts über die Gesundheit eines Menschen aus. Und auch nichts über den Wert eines Menschen. Trotzdem führt das Gewicht in der Gesellschaft und in der Medizin oft zu Diskriminierung: Es gibt Vorurteile gegenüber Menschen mit hohem oder tiefem Gewicht. Menschen werden wegen ihrem Gewicht benachteiligt. Oder Fachpersonen sagen: Die Gesundheits-Probleme einer Person kommen von ihrem Gewicht. Statt herauszufinden, ob auch eine andere Ursache möglich ist.

Grundversicherung

Alle Menschen in der Schweiz müssen eine Grundversicherung bei einer Krankenkasse haben. Das steht im Gesetz. Eine Krankenkasse ist eine Versicherung für die Gesundheit. Die Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt wichtige medizinische Behandlungen, wenn man eine Erkrankung hat. Zum Beispiel bei der Hausärztin, beim Hausarzt oder im Spital.

Hochgewichtig / mehrgewichtig

Hochgewichtig oder mehrgewichtig bedeutet: Ein Mensch wiegt mehr als der Durchschnitt. Hochgewichtig und mehrgewichtig sind neutrale Beschreibungen. Ein höheres Gewicht ist keine Krankheit. Aber mehrgewichtige Menschen erleben oft Diskriminierung. Zum Beispiel in einer medizinischen Behandlung. Gesundheits-Fachpersonen sagen oft: Gesundheitliche Probleme haben mit dem hohen Gewicht zu tun. Statt herauszufinden, ob auch eine andere Ursache möglich ist.

Infektion

Infektion bedeutet Ansteckung mit einer Krankheit. Die Ansteckung passiert zum Beispiel über Viren oder Bakterien. Wie bei der Grippe: Sie wird über Viren übertragen. Die Grippe ist eine ansteckende Krankheit, oder eben eine Infektion.

Invaliden-Versicherung (IV)

Manche Menschen können wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht mehr arbeiten. Oder nicht mehr gleich viel wie früher. Dann verdienen sie weniger oder gar kein Geld mehr. Für diese Menschen gibt es die Invaliden-Versicherung (IV). Die IV zahlt den Menschen einen monatlichen Betrag, damit sie trotzdem genug Geld zum Leben haben. Das ist die IV-Rente.

Die IV bezahlt auch andere Dinge. Sie unterstützt die Menschen beim Suchen einer neuen Arbeits-Stelle oder bei ihrer Selbständigkeit im Alltag. Sie bezahlt zum Beispiel:

  • Beratung und Umschulung: Unterstützung bei der Jobsuche oder um einen neuen Beruf zu lernen
  • Hilfsmittel: Spezielle Stühle, Prothesen oder Hörgeräte für Arbeit und Alltag
  • Assistenz: Geld, um eine Person für Hilfe im Haushalt oder bei der Arbeit zu bezahlen

Wichtig: Die Besuche bei der Ärztin oder beim Arzt bezahlt weiterhin die Grundversicherung.

Komplementär-Medizin

Die Komplementär-Medizin kann eine Ergänzung zur Schulmedizin sein. Schulmedizin ist das, was der Hausarzt in der Praxis oder die Fachärztin im Spital macht. Es ist die Medizin, die alle Ärzt:innen im Studium lernen. Zur Komplementär-Medizin gehören zum Beispiel Akupunktur, Chiropraktik oder pflanzliche Heilmittel.

(sexueller) Konsens

Konsens heisst Zustimmung. Von Konsens spricht man vor allem im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen. Dann sagt man auch: sexueller Konsens. Konsens bedeutet, dass alle beteiligten Personen freiwillig, aktiv und in jedem Moment allen Handlungen zustimmen.

Lichen Sclerosus

Lichen Sclerosus ist eine chronische Hautkrankheit, bei der die Haut juckt und brennt. Meistens passiert das im Genital-Bereich, vor allem an der Vulva. Die Krankheit wird häufig mit Scheidenpilz verwechselt, weil die Haut dann auch juckt und brennt. Deshalb dauert es oft lange, bis Fachpersonen Lichen Sclerosus entdecken.

Lymphödem

In unserem Körper gibt es eine Flüssigkeit, die Lymphe heisst. Manchmal sammelt sich diese Flüssigkeit in den Armen oder Beinen an. Das kann zum Beispiel nach einer Operation passieren. Dann entsteht eine Schwellung, und diese nennt man Lymphödem. Der Arm oder das Bein wird bei einem Lymphödem dick und fühlt sich sehr schwer an.

Mastektomie

Mastektomie ist eine Operation, bei der die Brüste entfernt werden. Brustkrebs kann ein Grund für eine Mastektomie sein. Aber man kann eine Mastektomie auch machen lassen, weil man keine Brüste mehr haben will.

ME/CFS

Das ist eine chronische Erkrankung. Die Abkürzung steht für:

Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom

Menschen mit dieser Krankheit sind sehr lange und sehr stark müde. Sie können sich nicht richtig erholen, auch wenn sie genug schlafen. Stress oder körperliche Anstrengung können die Erschöpfung noch verstärken. Manche Menschen mit ME/CFS können ihr Bett gar nicht mehr verlassen. Sie haben keine Kraft dazu. Man weiss noch nicht genau, wie diese Krankheit entsteht. Aber Infektionen, das Immunsystem oder das Nervensystem spielen oft eine Rolle.

Multiple Sklerose (MS)

Multiple Sklerose ist eine chronische Krankheit des Nervensystems. Häufig verwendet man nur die Abkürzung MS. Bei MS sind das Gehirn und das Rückenmark betroffen. Unser Gehirn sendet normalerweise Signale an die Nerven und umgekehrt. Bei MS werden die Nerven aber geschädigt. Deshalb werden die Signale langsamer oder falsch weitergeleitet. Menschen mit MS können dadurch verschiedene Beschwerden haben. Zum Beispiel Sehprobleme, körperliche Schwäche oder Probleme mit dem Gleichgewicht.

muskulo-skelettal

Muskulo-skelettal heisst: Es geht um Muskeln, Knochen und Gelenke. Diese Teile unseres Körpers helfen uns beim Bewegen. Sie sind auch für unsere Körperhaltung verantwortlich. Muskulo-skelettale Beschwerden sind Schmerzen in bestimmten Muskeln, Knochen oder Gelenken. Zum Beispiel Rückenschmerzen.

Myom

Ein Myom ist ein gutartiger Tumor in der Gebärmutter. Je nach Grösse und Lage des Myoms merkt man nichts davon. Aber manchmal kann ein Myom Probleme oder Schmerzen auslösen. Zum Beispiel kann es zu starken Blutungen während der Periode kommen. Oder man muss häufig aufs WC, weil das Myom auf die Blase drückt.

Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronische Hautkrankheit. Die Haut ist oft trocken und entzündet. Die entzündeten Hautstellen können sehr stark jucken. Menschen mit Neurodermitis haben deshalb häufig rote Flecken und eine schuppige Haut. Die Krankheit kann immer wieder kommen. Sie ist nicht ansteckend.

neurologisch

Neurologisch heisst: Es geht um das Gehirn oder die Nerven, oder um beides. Eine neurologische Krankheit ist also eine Krankheit des Gehirns oder der Nerven. Multiple Sklerose ist zum Beispiel eine neurologische Krankheit.

Pathologisierung

Pathologisierung ist, wenn man sagt: Ein bestimmtes Verhalten, körperliche Merkmale oder eine Lebensweise ist «krank». Weil sie nicht dem medizinischen «Normal-Zustand» entsprechen. Auch wenn die betroffene Person gar nicht krank ist und keine Beschwerden hat. Beispiel: Eine Gesundheits-Fachperson sagt zu einer hochgewichtigen oder weniggewichtigen Person: «Ihr Gewicht ist nicht normal. Es ist zu hoch/zu niedrig. Sie sind krank.» Das ist eine Pathologisierung des Gewichts. Aus diesen Pathologisierungen sind negative Begriffe entstanden wie Störung, Fehlbildung, Übergewicht oder abnormal.

Peer-to-Peer

«Peer» ist englisch und bedeutet : eine Person, die auf irgendeine Art gleichgestellt ist mit anderen Personen einer Gruppe. Zum Beispiel, weil sie von der gleichen Diskriminierung betroffen ist. Peer-to-Peer bedeutet also: von Personen mit einer bestimmten Betroffenheit zu anderen Personen mit der gleichen Betroffenheit. Zum Beispiel: von trans Person zu trans Person.

Peer-to-Peer ist unser Ansatz auf geplaper.ch. Wir bitten die Nutzer:innen um Empfehlungen für Personen mit der gleichen Betroffenheit. Zum Beispiel soll nur eine trans Person eine Ärztin als «transfreundlich» weiterempfehlen.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Das ist eine Krankheit, bei der Blutgefässe in den Armen oder Beinen verengt sind. Dadurch kommt nicht mehr genug Blut durch die Arme oder Beine. Die Arme oder Beine werden deshalb müde oder schmerzen.

Physische Gewalt

Physisch heisst körperlich. Physische Gewalt ist also körperliche Gewalt. Zum Beispiel: Schläge mit der Hand oder einem Gegenstand, Stösse (zum Beispiel gegen eine Wand) oder Tritte mit dem Fuss. Es gibt noch viele andere Formen von physischer Gewalt. Physische Gewalt kann zu Verletzungen, Schmerzen und gesundheitlichen Schäden führen.

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Das ist eine Erkrankung bei Personen mit weiblichen Geschlechtsorganen. Der Körper produziert dann andere Mengen von Hormonen als bei den meisten Menschen. Eine Folge davon sind sehr viele Eibläschen in den Eierstöcken. Die Eierstöcke können sich dadurch vergrössern. Andere Folgen sind eine unregelmässige Menstruation, viele Haare am Körper oder Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

Pränatal-Diagnostik

Pränatal bedeutet: vor der Geburt. Zur Pränatal-Diagnostik gehören also Untersuchungen während der Schwangerschaft. Man schaut dabei, ob das ungeborene Kind gesund ist. Oder ob es besondere Krankheiten oder Behinderungen hat. Beispiele für die Pränatal-Diagnostik sind Ultraschall-Untersuchungen oder auch eine Untersuchung des Fruchtwassers in der Gebärmutter.

Pronomen

Ein Pronomen ist eine Wortart. Ein Pronomen steht für ein Nomen oder eine Person. Statt «Wanja ist krank» kann man auch sagen: «Sie ist krank». «Sie» steht dann für «Wanja». «Sie» ist das Pronomen für Wanja.

Es gibt verschiedene Pronomen: er, sie, es, oder auch «dey» und «si:er». Pronomen wie «dey» oder «si:er» werden manchmal von nicht-binären Personen benutzt. Also von Personen, die weder Mann noch Frau sind. Jede Person kann ihre Pronomen selbst wählen. Manche Personen möchten keine Pronomen. Sie möchten vielleicht stattdessen nur mit ihrem Namen genannt werden. Wenn man die Pronomen einer Person wissen möchte, muss man die Person fragen. Man kann einer Person nicht ansehen, welche Pronomen sie benutzt.

Psycho-Pharmaka

Psycho-Pharmaka sind Medikamente gegen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder starke Ängste. Sie können zum Beispiel die Stimmung einer Person verbessern oder eine beruhigende Wirkung haben.

Psychosomatik

Bei der Psychosomatik geht es um die Wechselwirkungen zwischen dem Körper und der Psyche (Seele). Zum Beispiel: Negative Gefühle und Gedanken oder Stress haben Auswirkungen auf den Körper. Der Körper kann mit Beschwerden oder Krankheiten reagieren. Umgekehrt können körperliche Krankheiten auch eine negative Wirkung auf unsere Gefühle und Gedanken (die Psyche) haben.

Psychische Gewalt

Psychische Gewalt ist Gewalt, die eine negative Auswirkung auf unsere Psyche hat. Also darauf, wie wir uns fühlen und was wir denken. Zu psychischer Gewalt gehören zum Beispiel:

  • Beleidigungen
  • Drohungen
  • Anschreien
  • Angst machen
  • Schuldgefühle einreden
  • eine Person kontrollieren
  • den Kontakt zu Familien und anderen Personen verbieten
  • einer Person ihren Lohn wegnehmen

Rassismus

Rassismus ist eine Art von Diskriminierung. Ein Beispiel für Rassismus oder rassistisches Handeln ist: Man nimmt an, eine Person kommt aus einem anderen Land oder aus einer anderen Kultur als man selbst. Deshalb hat man Vorurteile gegenüber dieser Person. Und behandelt sie anders und häufig schlechter. Meistens schaut man dabei auf das Aussehen der Person. Oder man bemerkt, dass sie eine andere Sprache spricht als man selbst.

rassismus-sensibel

Eine Person ist rassismus-sensibel, wenn sie sich bewusst ist: Es gibt Rassismus in unserer Gesellschaft. Manche Menschen werden wegen ihrem Aussehen , ihrer Sprache oder Kultur anders und meistens schlechter behandelt als andere. Nicht alle Menschen in unserer Gesellschaft werden gleichbehandelt. Rassismus-sensibel sein heisst auch: Man achtet darauf, dass man selbst nicht rassistisch spricht oder handelt.

Sans-Papiers / illegalisierte Person

Sans-Papier ist französisch und bedeutet «ohne Papiere». Mit den Papieren ist eine Aufenthalts-Bewilligung gemeint. Sans-Papiers oder illegalisierte Personen haben also keine Aufenthalts-Bewilligung in der Schweiz. Das heisst nicht, dass sie keinen Ausweis oder Reisepass haben.

Sans-Papiers haben häufig ein schwieriges Leben. Sie leiden oft unter Stress, weil sie keine Aufenthalts-Bewilligung haben. Sie dürfen offiziell nicht arbeiten, verdienen also wenig oder kein Geld. Und auch der Zugang zum Gesundheits-System ist für sie nicht einfach, weil sie oft bei keiner Krankenkasse angemeldet sind.

Selbst-Hilfegruppe

Eine Selbst-Hilfegruppe ist eine Gruppe von Personen, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder gerade Ähnliches erleben. Zum Beispiel Personen, die eine ähnliche Erkrankung haben. Sie sprechen miteinander über ihre Erfahrungen und Gefühle. Und sie unterstützen einander. Eine bekannte Selbst-Hilfegruppe sind zum Beispiel die Anonymen Alkoholiker:innen.

sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt ist jede Gewalt mit sexuellem Bezug. Sexueller Bezug heisst: Die Gewalt hat mit sexuellen Handlungen zu tun. Zum Beispiel eine Vergewaltigung. Aber neben Vergewaltigung gibt es viele andere Formen von sexualisierter Gewalt. Jede Grenzverletzung mit sexuellem Bezug ist sexualisierte Gewalt. Zum Beispiel Sprüche oder Beleidigungen. Oder eine unerwünschte Umarmung oder ein unerwünschter Kuss. Und viele andere Arten von Handlungen, die nicht erwünscht sind. Sondern die von einer anderen Person erzwungen oder aufgedrängt werden.

Man sagt sexualisierte Gewalt und nicht sexuelle Gewalt, weil die Sexualität nicht im Vordergrund steht. Im Vordergrund stehen Macht, Kontrolle und Abwertung.

Sexarbeiter:in

Ein:e Sexarbeiter:in bietet freiwillig sexuelle oder erotische Dienste gegen Geld an. Zum Beispiel: ein Treffen, ein Tanz, ein Telefonat oder Fotos und Videos im Internet. Der Begriff Sexarbeit betont: Es ist Arbeit. Der Begriff soll helfen, dass diese Art von Arbeit positiver gesehen wird. Und dass man Sexarbeiter:innen mit Respekt begegnet. Bei Sexarbeit ist das Einvernehmen (der Konsens) von beiden Personen sehr wichtig: Ein:e Sexarbeiter:in muss den Handlungen immer zustimmen. Ohne Zustimmung ist es keine Arbeit, sondern sexualisierte Gewalt.

Sichelzell-Anämie

Die Sichelzell-Anämie ist eine angeborene, chronische Blutkrankheit. Diese Krankheit verändert die Form von roten Blutkörperchen. Manche der roten Blutkörperchen sind dann wie eine Sichel geformt.

Diese verformten roten Blutkörperchen können Blutgefässe blockieren. Deshalb haben Menschen mit dieser Krankheit manchmal starke Schmerzen. Manche Menschen werden auch schnell müde.

Die Sichelzell-Anämie kommt vor allem bei Menschen aus Westafrika, Teilen von Indien und dem Mittleren Osten vor.

STI / sexuell übertragbare Krankheiten

STI ist eine englische Abkürzung. Sie steht für «Sexually Transmitted Infections». Auf Deutsch bedeutet es: sexuell übertragbare Infektionen. Es geht also um Viren oder Bakterien, die beim Sex von einer Person auf die andere übertragen werden. Oft merkt man erst mal nichts davon. Und es kann auch sein, dass eine Krankheit gar nicht ausbricht. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man sich beim Sex schützt. Zum Beispiel mit einem Kondom, einem Lecktuch oder mit Handschuhen.

Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)

Die kurze Bezeichnung für diese Krankheit ist Lupus. Lupus ist eine Auto-Immun-Erkrankung. Das bedeutet, dass das Immunsystem gesunde Zellen im Körper angreift. Dadurch entstehen Entzündungen in den Organen. Jedes Organ kann betroffen sein und durch die Krankheit geschädigt werden. Bis heute ist Lupus nicht heilbar.

Tracheostoma

Ein Tracheostoma ist eine künstliche Öffnung am Hals. Die Öffnung führt direkt in die Luftröhre. Durch diese Öffnung kann eine Person atmen. Das kann zum Beispiel nötig sein, wenn ein Tumor im Hals die Atmung durch Nase und Mund blockiert. Oder wenn jemand längere Zeit künstlich beatmet werden muss.

Weniggewichtig

Weniggewichtig bedeutet: Ein Mensch wiegt weniger als der Durchschnitt. Im Unterschied zu «untergewichtig» ist weniggewichtig eine neutrale Beschreibung ohne negative Bewertung. Ein niedrigeres Gewicht muss nicht immer ein gesundheitliches Risiko bedeuten.

Zusatzversicherung

Alle Menschen in der Schweiz müssen eine Grundversicherung bei einer Krankenkasse haben. Eine Krankenkasse ist eine Versicherung für die Gesundheit. Manche Menschen haben auch eine Zusatzversicherung. Die Zusatzversicherung bezahlt mehr Leistungen und Hilfsmittel als die Grundversicherung. Zum Beispiel:

  • ein Einzelzimmer im Spital
  • Komplementär-Medizin
  • einen Betrag an eine neue Brille